Alle Beiträge von f4muyi

Assassins Creed Valhalla

(Copyright: Ubisoft)

Habt ihr mal gezählt, wie viele Ausgaben es inzwischen von Assassins Creed gibt? 13 Jahre ist es her, als der erste Teil erschien, der damals einfach nur „Assassins Creed“ hieß und im Heiligen Land zur Zeit der Kreuzzüge spielte. Es folgten Ausflüge ins Norditalien der Renaissance, nach Konstantinopel, nach Amerika zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges, zu den Piraten der Karibik im 18.Jahrhundert, ins Paris der Französischen Revolution, nach London während des Viktorianischen Zeitalters sowie ins Antike Ägypten und Griechenland. Damit war es fast schon zwangsläufig, dass Teil 12 – richtig, das wäre die Antwort auf meine Eingangsfrage gewesen – jetzt in der nordischen Saga bei den Wikingern angesiedelt wurde, weil man alle anderen Schauplätze und Zeiten ja schon durch hatte. Aber ist Assassins Creed Valhalla jetzt nur noch ein weiterer Aufguss in einem neuen Kostüm, oder ist Ubisoft da noch was neues eingefallen?

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The Dark Pictures: Little Hope

(Copyright: Supermassive Games)

Mit „Until Dawn“ hatte Supermassive 2015 ein schön erzähltes PS4-Horrorspiel abgeliefert. Nicht besonders anspruchsvoll und voller Slasher-Klischees, beschränkte es sich doch meist darauf, den Spieler Entscheidungen treffen zu lassen. Von denen hing es ab, wer von den acht Jugendlichen am Ende überlebt und wer nicht. Nach dem Koop-Thriller „Hidden Agenda“ aus dem Jahr 2017, das per Smartphone gesteuert wird und einigen kleinen VR-Spielereien folgte im letzten Jahr dann mit dem fünfstündigen Horror-Adventure „Man of Medan“ der Auftakt zur Dark Pictures Anthology. Das mit seinen nervigen Helden, technischen Bugs und einer umherirrenden Kamera aber nicht wirklich überzeugte. Das können wir besser, erklärte Supermassive und gelobte Besserung für den nächsten Teil der Reihe. Der ist jetzt unter dem Titel „Little Hope“ erschienen, erneut als eine Art interaktiver Kurzgeschichte mit Gruselgarantie. Haben die Entwickler ihr Versprechen wahr gemacht? Hat Little Hope wirklich die Fehler des Vorgängers ausgemerzt?

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Watch Dogs: Legion

(Copyright: Ubisoft)

Assassins Creed, Far Cry, The Division oder Watch Dogs – Ubisoft hat ein Faible für Open-World-Games mit zum Teil riesigen Spielewelten. Mein Problem war da aber fast immer: Zum einen wiederholte sich das Spielgeschehen irgendwann, zum anderen hatte ich mit der Zeit derart viele Haupt- und Nebenmissionen in meinen Auftragsbüchern, dass ich die Lust verlor. Weniger ist mehr und so, kennt ihr ja. Deshalb war ich jetzt gespannt, ob auch der dritte Teil der Watch Dogs-Reihe früher oder später auf meine Motivationsbremse tritt. Denn immerhin hat sich das Game eine Menge vorgenommen: Es gibt nicht nur einen oder zwei Helden, nein, ihr könnt jede einzelne Person im Spiel  übernehmen. Und das sind neun  Millionen! Und das soll funktionieren? Schaun wir mal.

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Mario Kart Home: Live Circuit

(Copyright: Nintendo)

Beim Namen Mario denken laut einer von mir gerade erfundenen Umfrage 3 Prozent der Menschen an Mario Basler, 5 Prozent an Kennste-Kennste Mario Barth und 92 Prozent an Nintendos Klempner.  Was auch kein Wunder ist, taucht Mario doch in bis jetzt insgesamt 332 Games auf – entweder als Titelheld oder mit einem Gastauftritt. Allein vom besten aller Funracer, von Mario Kart, gibt es 14 Versionen: 4 auf Automaten, und je eine auf SNES, N64, Game Boy Advance, Gamecube, DS, Wii, 3DS, Wii U, Android/iOS und Switch. Wobei letztere jetzt eine zweite Version bekommen hat. Was ein absolutes Novum ist, hieß es doch sonst bei Nintendo immer knallhart: „Jeder nur ein Kreuz!“

Mario Kart Live: Home Circuit aber ist dann auch ganz anders und ganz was neues. Mit einem echten, kleinen Kart, mit etwas Pappe und einer kostenlosen Software. Wie das alles zusammenpasst? Das erzähle ich euch jetzt.

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Aquanox: Deep Descent

(Copyright: THQ Nordic)

Schleichfahrt hieß 1996 das erste PC-3D-U-Boot Actiongame von Blue Byte bzw. Massive Development. Die Story: Erde kaputt, Atomkrieg, die Menschheit lebt im Ozean, der von einer 40 Meter dicken Schicht toten organischen Materials bedeckt ist. Den Spielern und der Kritik gefiels jedenfalls. So gut, dass Massive Development fünf Jahre später einen Nachfolger brachte. Der dann aber nicht Schleichfahrt 2 oder so hieß, sondern Aquanox. Trotz schwächelnder KI und unfertiger Steuerung kam auch Aquanox dann ziemlich gut weg.

Und weil man das Eisen schmieden soll, solange es heiß ist, ließ Massive dann nur ein Jahr später gleich Aquanox 2 folgen. Während die Kritiken das Game bei uns erneut feierten, fiel das internationale Echo doch ziemlich mau aus. Und Aquanox machte das, was ein U-Boot am besten kann: Es tauchte erst mal ab. Und zwar für die nächsten 18 Jahre. Jetzt, nach diversen Pleiten (JoWood, THQ), verworfenen Plänen, und Ankündigungen, die wieder in der Versenkung verschwanden, ist also Aquanox 3 bzw. Aquanox: Deep Descent als Kickstarter finanziertes Projekt erschienen. Von dem war schon auf der Gamescom 2014 ein erster Prototyp gezeigt worden. Hat die lange Entwicklungszeit dem Spiel gut getan? Oder gehört es auf den Schiffsfriedhof?

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Star Wars Squadrons

(Copyright: Motive Studios / EA)

Das 1993 erschienene Star Wars Rebel Assault von Lucas Arts war eines der ersten Games, das ausschließlich auf CD-ROM erschienen war. Die darin enthaltenen Realfilm- und Rendersequenzen waren damals sensationell. Sofern man sich das leisten konnte, kostete so ein Laufwerk doch gut 400 DM. Es war aber auch der Auftakt zu einer ganzen Reihe von richtig guten Star Wars Weltraumschlacht-Games, wie Star Wars X-Wing aus dem gleichen Jahr – das sogar unter der Bezeichnung „Raumkampf-Simulator“ lief, oder „Tie Fighter“, „X-Wing vs. Tie Fighter“ und – 1999 dann – „X-Wing Alliance“. Dann war aber Schluss mit den simulierten Fights im All; zwar wurde auch in der Folgezeit in den Star Wars Games kräftig geballert, aber immer nur als Beiwerk und das auch nur auf Arcade-Niveau. Mit Star Wars Squadrons erlebt das vergessene Genre aber seine Wiedergeburt, bekommt die X-Wing-Reihe einen geistigen Nachfolger. Aber schafft der es auch, in die verdammt großen Fußstapfen seiner Urahnen zu treten?

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Fifa 21

(Copyright: EA)

Irgendwie hatten wir uns ja daran gewöhnt, an den Zweikampf der noch im Rennen verbliebenen Kicker-Simulationen Pro Evo und Fifa, der alljährlich im Herbst über die Bühne geht. Und eigentlich jedes Jahr mit der Erkenntnis endet, dass Pro Evo den realistischeren Fuppes liefert, Fifa dafür aber mehr Lizenzen und mehr Drumherum im Angebot hat. Dieses Jahr aber hat Pro Evo gekniffen: Statt wie gewohnt eine neue Jahresversion abzuliefern, gibt’s dieses Mal nur ein Jahres-Update fürs halbe Geld. Dafür plane man dann ein großes Comeback im nächsten Jahr. Was ich persönlich absolut ok finde: Lieber mal ein Jahr Kreativpause einlegen als einen halbgaren Scheiß abzuliefern. Für Fifa doch eigentlich die Chance, sich mal einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Oder hat EA daraufhin auch einen Gang runtergeschaltet?

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Mafia Definitive Edition

Der Pate, Scarface, die Sopranos – es gibt viele gute Filme zum Thema Mafia in den USA. Das beste Spiel zu dem Thema stammt aus dem Jahr 2002: Mafia von Illusion Softworks. Zwar haben sich in der Folgezeit auch immer wieder andere Games mit der ehrenwerten Familie beschäftigt, an die Klasse von Mafia kamen die aber alle nicht ran. Jetzt, 18 Jahre später, gibt es ein Remake des Klassikers. Also kein Remaster oder Re-Release, sondern tatsächlich eine von Grund auf überarbeitete Version. Was immer die Gefahr birgt, dass der eigentliche Spirit eines Games verloren gehen kann, wenn man da nicht mit viel Feingefühl an die Sache geht – siehe Warcraft Reforged. Ist das hier der Fall? Was wurde geändert? Und ist Mafia noch genau so gut wie damals?

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Crysis Remastered

Nomad ist zurück. Der coole Typ aus US-Spezialeinheit Raptor, der es 2007 im Shooter Crysis im Hightech-Nanosuit mit Nordkoreanern und Aliens gleichzeitig aufnahm. Es war zu der Zeit eins der besten deutschen Triple A Games, mit einem Metacritic-Level von 91. Da war es naheliegend, dass irgendwann mal eine wie auch immer geartete Neuauflage kommen musste. Nach der mobilen Switch-Version im Juli ist also jetzt auch das „Crysis Remastered“ für PS4, Xbox One und PC erschienen. Aber kann man einem 13 Jahre alten Game tatsächlich noch mal Leben einhauchen. Ein Game, das noch unter Windows XP, auf der PS3 und auf der Xbox 360 lief? Klar, spielerisch war das damals eine ganz große Nummer, zudem ein grafischer Benchmarktest, aber inzwischen gibt’s hunderte Games, die in eine ähnliche Kerbe schlagen. Heißt: Brauchen wird das echt noch mal? Und: Kann das immer noch was?

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Leons Identität

Gerade in letzter Zeit sieht man sie immer häufiger, die Menschen mit Reichskriegsflaggen auf Demos. Andere tragen rechte verfassungsfeindliche Symbole offen zur Schau, grölen faschistische Parolen oder hetzen unverhohlen gegen Ausländer und Asylsuchende. Über 22.000 Delikte mit rechtsextremen Hintergrund zählte die Polizeistatistik im letzten Jahr. „Die größte Bedrohung ist nach wie vor die Bedrohung von rechts“ – so Bundesinnenminister Seehofer im Mai 2020 bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2019. Aber wie kann es dazu kommen? Was ist bei diesen Leuten schief gelaufen, wo sind die falsch abgebogen? Die wurden ja nicht als Neonazis geboren, waren sicher auch mal Kinder mit Klavierunterricht oder Topfschlagen bei Geburtstagen, freuten sich über das erste Fahrrad und den Sommerurlaub mit den Eltern an der Nordsee. Wie sind die so radikal geworden?  

Zwei Videogames haben versucht, das Thema „Radikalisierung“ spielerisch zu verarbeiten: „Leons Identität“ und „Jessika“ – und dabei grundverschiedene Ansätze gewählt. Aber kann das überhaupt funktionieren? Ist dieses Thema überhaupt für eine spielerische Auseinandersetzung geeignet? Und können die beiden Games auch technisch überzeugen, oder werden sie von ihrem pädagogisch-seriösen Ansatz erschlagen? Beginnen wir heute mal mit Leons Identität, Jessika kommt dann in einem der nächsten Podcasts unter die Lupe.

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